Donald Trump präsentiert seine neue Boeing 747 aus Katar. Ronald Tramp berichtet über fliegenden Luxus, Verfassungsfragen und eine Bibliothek mit eigenem Flughafen.
Liebe Freunde,
es gibt Flugzeuge.
Und dann gibt es Flugzeuge.
Und dann gibt es offenbar die neue Präsidentenmaschine von Donald Trump.
Ein Flugzeug, das laut seinem Besitzer so luxuriös ist, dass selbst andere Luxusflugzeuge vermutlich kurz innehalten und fragen:
„Ist das überhaupt noch ein Flugzeug oder schon eine Eigentumswohnung mit Triebwerken?“
Die Welt blickt derzeit nach Washington.
Nicht wegen einer internationalen Krise.
Nicht wegen einer historischen Entscheidung.
Nicht wegen irgendeiner Kleinigkeit wie Weltpolitik.
Nein.
Weil Donald Trump ein neues Flugzeug bekommen hat.
Und zwar nicht irgendeines.
Eine Boeing 747 aus Katar.
Ein Geschenk, das ungefähr die Größe eines kleinen Einkaufszentrums hat.
Schon allein die Vorstellung ist großartig.
Normale Menschen bekommen zum Geburtstag vielleicht Socken.
Manchmal einen Gutschein.
Vielleicht eine Kaffeemaschine.
Donald Trump bekommt einen Jumbojet.
Die Maßstäbe sind offenbar leicht unterschiedlich.
Doch damit nicht genug.
Bei der feierlichen Präsentation lobte Trump die Maschine in den höchsten Tönen.
Und wenn Donald Trump etwas lobt, dann nicht in halben Sätzen.
Nein.
Dann klingt es ungefähr so, als würde ein Immobilienmakler gleichzeitig ein Schloss, einen Freizeitpark und den Himmel verkaufen.
Die Qualität der Hölzer sei außergewöhnlich.
Die Qualität der Materialien sei außergewöhnlich.
Die Qualität der Triebwerke sei außergewöhnlich.
Kurz gesagt:
Alles außergewöhnlich.
Nach dieser Beschreibung erwarteten viele Beobachter vermutlich, dass das Flugzeug zusätzlich Kaffee kocht, Steuererklärungen erledigt und nebenbei den Weltfrieden organisiert.
Besonders beeindruckend sei die Geschwindigkeit.
Die neue Maschine fliege weiter und schneller als jede Air Force One zuvor.
Freunde, das ist genau die Art von Satz, die Donald Trump liebt.
Es reicht nicht, schnell zu sein.
Es muss die schnellste sein.
Es reicht nicht, luxuriös zu sein.
Es muss das luxuriöseste sein.
Es reicht nicht, ein Flugzeug zu sein.
Es muss praktisch ein fliegender Planet sein.
Ich stelle mir vor, wie die Ingenieure nervös danebenstehen.
„Herr Präsident, technisch gesehen ist sie nur wenige Prozent effizienter.“
„Nein.“
„Aber die Messwerte…“
„Die beste Boeing aller Zeiten.“
„Die Daten…“
„Die größte. Die schönste. Die schnellste.“
Diskussion beendet.
Besonders faszinierend ist allerdings die juristische Debatte.
Denn die amerikanische Verfassung ist bei Geschenken aus dem Ausland bekanntermaßen etwas empfindlich.
Dort steht sinngemäß:
Keine Geschenke von Königen, Prinzen oder ausländischen Staaten ohne Zustimmung des Kongresses.
Und plötzlich diskutiert ganz Amerika über eine Frage, die vermutlich noch nie zuvor gestellt wurde:
„Ab wann ist ein Geschenk eigentlich zu groß?“
Bei einer Krawatte?
Vielleicht nicht.
Bei einer Flasche Wein?
Wahrscheinlich auch nicht.
Bei einer Boeing 747?
Da wird die Sache etwas komplizierter.
Juristen auf beiden Seiten des Atlantiks dürften derzeit Überstunden machen.
Irgendwo sitzt vermutlich ein Verfassungsrechtler vor einem Gesetzestext und sucht verzweifelt nach dem Absatz:
„Besondere Regelungen für interkontinentale Luxusflugzeuge.“
Doch damit endet die Geschichte nicht.
Denn Trump kündigte gleichzeitig an, dass die Maschine später einmal Teil seiner Präsidentenbibliothek werden solle.
Auch das ist ein bemerkenswerter Gedanke.
Normale Präsidentenbibliotheken enthalten Bücher.
Dokumente.
Historische Akten.
Vielleicht ein paar Erinnerungsstücke.
Die Trump-Bibliothek könnte dagegen einen eigenen Flughafen benötigen.
Touristen betreten das Gelände.
Ein Reiseführer erklärt:
„Links sehen Sie wichtige historische Dokumente.“
„Rechts sehen Sie die Verfassung.“
„Und dahinter die Boeing.“
„Welche Boeing?“
„Ja.“
Inzwischen wurde auch die bisherige Air Force One verabschiedet.
Jahrzehntelang transportierte sie Präsidenten rund um die Welt.
Sie flog durch Krisen.
Durch Kriege.
Durch diplomatische Missionen.
Und nun wird sie ersetzt.
Von einem Nachfolger, der aussieht, als hätte jemand eine Präsidentenmaschine und einen Luxusyacht-Katalog miteinander gekreuzt.
Auch das neue Farbschema sorgt für Aufmerksamkeit.
Marineblau.
Rot.
Weiß.
Im Grunde die amerikanische Flagge mit Tragflächen.
Man könnte die Maschine vermutlich aus dem Weltall erkennen.
Wobei das möglicherweise sogar Absicht ist.
Besonders freue ich mich auf den geplanten Überflug zum 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten.
Denn ich bin überzeugt:
Dieser Überflug wird nicht einfach ein Überflug.
Er wird ein Ereignis.
Menschen werden staunen.
Fernsehmoderatoren werden Superlative erfinden.
Kommentatoren werden die Größe der Maschine mit Nationalparks vergleichen.
Und irgendwo wird jemand fragen:
„Ist das wirklich ein Flugzeug?“
Und jemand anderes wird antworten:
„Nein. Das ist Marketing mit Triebwerken.“
Am Ende bleibt eine wichtige Erkenntnis.
Andere Präsidenten hinterlassen Reden.
Manche hinterlassen Reformen.
Manche hinterlassen Denkmäler.
Donald Trump hinterlässt möglicherweise eine Präsidentenbibliothek mit eigenem Jumbojet.
Und ehrlich gesagt:
Wenn man die politische Karriere dieses Mannes betrachtet, passt das erstaunlich gut.
Ich bin Ronald Tramp.
Und ich sage euch:
Wenn die Bibliothek später einen Tower, drei Rollbahnen und Duty-Free-Shops bekommt, sollte sich niemand wundern.
Das wäre nur der logische nächste Schritt.

