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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Fußball ohne Tore, aber mit Goldpreisen – FIFA verkauft inzwischen sogar die Luft im Stadion

Grafik: Fußball ohne Tore, aber mit Goldpreisen

Ich habe schon viele unglaubliche Dinge gesehen. Politiker, die Wahlversprechen halten. Behörden, die Faxgeräte freiwillig abschaffen. Und WLAN im Regionalzug. Aber was ich in Miami erlebt habe, sprengt alles. Ein Fußballspiel ohne Tore, das trotzdem mehr Explosionen auslöste als jede Actionfilm-Premiere. Willkommen bei der FIFA – dem einzigen Laden der Welt, der aus einem 0:0 einen Luxusartikel macht.

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Ich sage euch: Das war kein Fußballspiel. Das war ein Finanzprodukt.

Miami. Sonne. 64.478 Zuschauer. Millionen wollten dabei sein. Am Ende schafften es nur diejenigen ins Stadion, die entweder Multimillionäre waren oder ihre Niere auf dem Ticket-Zweitmarkt verkauft hatten.

Über 6.000 Dollar für eine Eintrittskarte.

Sechstausend!

Für das Geld bekommt man in manchen Ländern ein Auto. In anderen eine Eigentumswohnung. Bei der FIFA bekommt man dafür einen Plastikstuhl, eine Cola für 27 Dollar und das Recht, 90 Minuten lang kollektiv "OOOOH!" zu schreien.

Ich liebe das.

Viele sagen: "Ronald, das ist Wahnsinn."

Nein.

Das ist modernes Geschäftsmodell.

Gianni Infantino hat offenbar beschlossen, dass Fußball künftig ungefähr so exklusiv sein soll wie ein Flug zum Mars.

Demnächst gibt es wahrscheinlich neue Ticketkategorien:

  • Standard
  • Premium
  • VIP
  • Super VIP
  • Ultra VIP
  • Hyper Galactic Diamond Infinity Experience inklusive Sauerstoffflasche.

Und wisst ihr was?

Die Leute kaufen es.

Sie verkaufen ihre Autos.

Sie verschieben Hochzeiten.

Kinder gehen erst nächstes Jahr aufs College.

Aber Hauptsache: Block 214, Reihe 17.

Das nenne ich Leidenschaft.

Oder Steuerhinterziehung.

Man weiß es nicht.


Ronaldo? Irgendwo auch noch da.

Alle hatten erwartet, dass Cristiano Ronaldo das Stadion übernimmt.

Am Ende spielte Ronaldo ungefähr die Rolle eines Nebendarbeiters im Hintergrund einer Netflix-Serie.

Man wusste, dass er da ist.

Aber eigentlich schaute jeder auf Kolumbien.

Und meine Güte...

Die spielten Fußball wie Künstler.

James Rodríguez spielte plötzlich wieder so, als hätte jemand die Zeitmaschine auf 2014 gestellt.

Jhon Arias wirbelte über den Platz, als hätte er zehn Espressi und drei Energydrinks gleichzeitig getrunken.

Luis Díaz flog links vorbei, als gäbe es dort eine Überholspur.

Nur eines fehlte.

Das Tor.

24 Schüsse.

Sechs aufs Tor.

Abseitstor.

Pfosten.

Paraden.

Alles.

Nur das Runde wollte einfach nicht ins Eckige.

Ich glaube mittlerweile, Diogo Costa hatte heimlich einen Magneten im Tor eingebaut.

Anders ist das nicht erklärbar.


Die Fans eskalierten trotzdem

Normalerweise gilt:

Keine Tore = schlechte Stimmung.

Nicht in Miami.

Dort kostete jede Eintrittskarte ungefähr so viel wie eine kleine Eigentumswohnung.

Da konnte sich niemand leisten, schlechte Laune zu haben.

Also jubelten alle trotzdem.

"Colombia! Colombia!"

Immer lauter.

Immer schneller.

Irgendwann dachte ich, das Stadion hebt gleich ab.

Ich war mir nicht sicher, ob ich bei einem WM-Spiel oder auf einem Rockfestival war.

Zwischendurch gingen die Stadionlichter aus.

Alle Handylichter an.

"Live is Life."

Ich wartete nur noch darauf, dass jemand Grillwürstchen in die Menge wirft.


Infantino – Dealer des Weltfußballs

Ich sage es, wie es ist.

Andere verkaufen Gold.

Andere Öl.

Die FIFA verkauft Emotionen.

Und zwar zum Höchstpreis.

Gianni Infantino sitzt wahrscheinlich jeden Morgen im Büro und fragt:

"Wie können wir Fußball heute noch teurer machen?"

Antwort:

"Wir erhöhen einfach alles."

Tickets.

Popcorn.

Parkplätze.

Sauerstoff.

Demnächst kostet wahrscheinlich sogar das Klatschen extra.

Premium-Applaus.

14 Dollar.


VIPs überall

Natürlich waren auch Politiker da.

Außenminister.

FBI.

Prominenz.

Altstars.

Carlos Valderrama mit seiner legendären Frisur.

Ich glaube ehrlich gesagt, seine Haare hatten einen eigenen Sitzplatz.

Vielleicht sogar Business Class.

Alle wollten dabei sein.

Nicht wegen des Ergebnisses.

Sondern weil jeder später erzählen wollte:

"Ich war beim teuersten Unentschieden der Welt."

Das klingt schließlich besser als:

"Ich war zuhause und habe es kostenlos im Fernsehen gesehen."


Kansas City liefert die "Vielleicht-doch-keine-Schande"

Parallel wurde in Kansas City Fußballgeschichte geschrieben.

Österreich gegen Algerien.

Beide brauchten ein Unentschieden.

Das Internet bereitete sich bereits auf die "Schande von Kansas City" vor.

70 Minuten lang schauten sich beide Mannschaften irgendwann ungefähr so begeistert an wie zwei Menschen an der einzigen geöffneten Supermarktkasse.

Keiner wollte den ersten Fehler machen.

Dann passierte etwas völlig Verrücktes.

Plötzlich fielen Tore.

Viele Tore.

Ganz spät.

Erst 3:2.

Dann 3:3.

Alle weiter.

Iran raus.

Das war ungefähr so, als würden zwei Schachspieler nach sechs Stunden plötzlich beschließen, Wrestling zu machen.

Herrlich.


Messi macht einfach Messi-Dinge

Und während andere über Ticketpreise diskutierten, machte Lionel Messi das, was Lionel Messi seit ungefähr drei Jahrzehnten macht.

Einwechseln.

Freistoß.

Tor.

Applaus.

Nach Hause.

Ich bin überzeugt:

Wenn Messi irgendwann 63 ist, wird er bei einer Senioren-WM im Rollator aufs Feld geschoben.

Der Gegner macht eine Mauer.

Messi schießt.

Tor.

Alle sagen:

"Unglaublich."

Und Messi nickt einfach.


England gewinnt auf englische Art

Dann England.

2:0 gegen Panama.

Thomas Tuchel erklärte anschließend, das Turnier beginne jetzt erst richtig.

Das sagen übrigens englische Trainer seit ungefähr 1968.

Die englischen Zeitungen reagierten traditionell.

Vor dem Spiel:

"Football is coming home."

Nach dem Spiel:

"Vielleicht bleibt Football doch lieber im Hotel."

Harry Kane beruhigte alle.

Noch 25 Prozent Luft nach oben.

England besitzt seit Jahrzehnten erstaunlich viel Luft nach oben.

Man könnte damit vermutlich mehrere Heißluftballons betreiben.


Ronald Tramps Fazit

Diese Weltmeisterschaft zeigt uns eine wichtige Wahrheit.

Es geht längst nicht mehr nur um Fußball.

Es geht um Spektakel.

Emotionen.

VIP-Logen.

Influencer.

Handylampen.

Dynamische Ticketpreise.

Und darum, wie viele Hypotheken man aufnehmen muss, um ein Gruppenspiel zu besuchen.

Kolumbien gewann zwar "nur" ein 0:0.

Österreich rettete sich dramatisch.

Messi traf selbstverständlich.

England versprach Besserung.

Und Gianni Infantino?

Der dürfte sich beim Blick auf die Einnahmen zufrieden zurückgelehnt haben.

Ich vermute sogar, irgendwo existiert bereits die Planung für die nächste WM.

Dort kosten Tickets dann nicht mehr in Dollar.

Sondern direkt in Lebensentscheidungen.

Aber wisst ihr was?

Die Stadien werden trotzdem voll sein.

Denn Fußball ist heute nicht nur ein Sport.

Er ist ein Luxusgut.

Und das teuerste 0:0 der Welt hat eindrucksvoll bewiesen, dass Menschen bereit sind, für 90 torlose Minuten mehr Geld auszugeben als früher für ein ganzes Eigenheim.

Großartig.

Wirklich großartig.

Die Tore fehlten.

Der Wahnsinn nicht.

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Tags: WM 2026 Fußball FIFA Gianni Infantino Ticketpreise Cristiano Ronaldo Lionel Messi Kolumbien
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