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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Game of Trumps: Der eiserne Schreibtisch im Weißen Haus

Grafik: Game of Trumps - Der Eiserne Thron von Washington

Intrigen, mächtige Häuser, überraschende Abgänge und ein Herrscher am Resolute Desk: Ronald Tramp entdeckt, dass das Weiße Haus eigentlich Westeros mit WLAN, Pressekonferenzen und deutlich mehr Anwälten ist.

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Meine Damen und Herren, Lords, Ladies, Senatoren, Berater, ehemalige Berater und Menschen, die heute Morgen noch Berater waren:

Willkommen in Washington.

Oder wie ich es inzwischen nenne:

Westeros mit Klimaanlage.

Ich bin Ronald Tramp, königlicher Hofreporter, Meister der alternativen Rabenpost und einziger Mann, der das Weiße Haus betreten kann, ohne vorher zu wissen, ob dieselben Leute beim Verlassen noch dort arbeiten.

Viele Menschen glauben, die amerikanische Politik sei kompliziert.

Falsch!

Man muss nur Game of Thrones gesehen haben.

Dann versteht man alles.

Intrigen? Ja.

Machtkämpfe? Natürlich.

Familien? Selbstverständlich.

Loyalität bis ungefähr Dienstagmittag? Absolut.

Ein mächtiger Herrscher, umgeben von Höflingen, Strategen, Rivalen und Leuten, die permanent versuchen herauszufinden, wer gerade bei wem in Ungnade gefallen ist?

Willkommen im Weißen Haus.

Der einzige Unterschied:

In Westeros gibt es Drachen.

In Washington gibt es Pressekonferenzen.

Ich bin mir nicht sicher, was gefährlicher ist.

Der eiserne Thron wurde durch einen Schreibtisch ersetzt

In Game of Thrones kämpfen alle um den Eisernen Thron.

Ein beeindruckendes Möbelstück aus Schwertern.

Völlig unbequem.

Schreckliche Ergonomie.

Keine Lendenwirbelstütze.

In Washington besitzt man etwas viel Mächtigeres:

den Resolute Desk.

Der Präsident sitzt dahinter, und plötzlich kommen Menschen aus allen Teilen des Reiches.

Minister.

Generäle.

Senatoren.

Milliardäre.

Lobbyisten.

Diplomaten.

Jeder bringt Geschenke, Forderungen oder PowerPoint-Präsentationen mit.

Und Donald Trump sitzt dort wie der Lord von Mar-a-Lago und entscheidet:

„Good.“

„Bad.“

„Terrible.“

„Who hired this guy?“

Das ist keine Kabinettssitzung.

Das ist ein königlicher Hofstaat mit WLAN.

Haus Trump und die sieben Königreiche

Westeros besteht aus großen Häusern.

Haus Stark.

Haus Lannister.

Haus Targaryen.

Washington ebenfalls.

Haus Trump.

Haus MAGA.

Haus Senat.

Haus Pentagon.

Haus Wall Street.

Haus Fox.

Und ganz weit draußen hinter der Mauer:

Haus Demokraten.

Jedes Haus besitzt ein Motto.

Die Starks sagen:

„Winter is coming.“

Haus Trump sagt:

„Polls are coming.“

Viel bedrohlicher.

Denn Winter kann man überleben.

Eine schlechte Umfrage dagegen kann in Washington dazu führen, dass plötzlich drei Berater im Fernsehen erklären, sie hätten den Präsidenten eigentlich nie richtig gekannt.

Die Mauer steht nicht im Norden

Auch Washington besitzt eine große Mauer.

Sie besteht allerdings nicht aus Eis.

Sie besteht aus:

Sicherheitsfreigaben,

Geheimdienstinformationen,

Pressesprechern,

Anwälten

und ungefähr 74 Menschen, die sagen:

„Dazu kann ich mich nicht äußern.“

Hinter dieser Mauer liegen die gefährlichsten Gebiete des amerikanischen Reiches.

Interne Meetings.

Strategiepapiere.

Signal-Chats.

Und der Kalender des Präsidenten.

Dort hinein gelangt nur, wer vom Meister der Termine zugelassen wird.

In Westeros bewacht die Nachtwache die Grenze.

In Washington erledigt das der Secret Service.

Ähnliche Kleidung.

Deutlich bessere Sonnenbrillen.

Kleine Vögel? Washington hat Smartphones

Lord Varys hatte überall seine kleinen Vögel.

Sie sammelten Informationen.

Sie flüsterten Geheimnisse.

Sie berichteten, wer mit wem gesprochen hatte.

Amateur!

Washington besitzt Smartphones.

Heute braucht niemand mehr ein geheimes Spionagenetzwerk.

Man braucht nur einen Gruppenchat mit zwölf Regierungsmitarbeitern.

Spätestens 20 Minuten später weiß die halbe Hauptstadt, wer beim Mittagessen gesagt hat:

„Vielleicht sollten wir das noch einmal überdenken.“

Eine Stunde später lautet die Schlagzeile:

„REGIERUNG INTERN GESPALTEN.“

Zwei Stunden später:

„Der Präsident hat volles Vertrauen.“

Und jeder erfahrene Washington-Beobachter weiß:

Oh.

Das könnte gefährlich werden.

Denn „volles Vertrauen“ ist in Washington manchmal ungefähr dasselbe wie ein schwarzer Lieferwagen vor deiner Haustür in einer Mafia-Serie.

Der Meister der Münze lebt noch immer

Besonders wichtig war in Westeros der Master of Coin.

Der Mann fürs Geld.

In Washington gibt es davon ungefähr 400.

Finanzministerium.

Kongress.

Notenbank.

Haushaltsbüro.

Berater.

Ökonomen.

Und jeder erklärt gleichzeitig, warum die anderen keine Ahnung haben.

Trump dagegen besitzt eine sehr einfache ökonomische Philosophie:

Wenn die Zahl groß ist, ist sie gut.

Wenn sie schlecht ist, wurde sie falsch berechnet.

Wenn sie hervorragend ist, hat er sie persönlich erfunden.

Das ist Wirtschaftspolitik, die jeder versteht.

„Wie hoch ist das Defizit?“

„Huge.“

„Ist das schlecht?“

„Depends who did it.“

Makroökonomie abgeschlossen.

Die Rote Hochzeit heißt jetzt Kabinettsumbildung

In Game of Thrones wusste man nie, wer die nächste Staffel erreicht.

Im politischen Washington weiß man manchmal nicht, wer den nächsten Freitag erreicht.

Natürlich politisch.

Niemand wird enthauptet.

Das wäre vollkommen unangemessen.

Man erfährt lediglich morgens aus den Nachrichten, dass man seine berufliche Zukunft ab sofort „außerhalb der Administration“ fortsetzt.

Sehr viel zivilisierter.

In Westeros:

„Bring me his head!“

In Washington:

„We thank him for his tremendous service.“

Gleiche Energie.

Bessere Personalabteilung.

Danach veröffentlicht der ehemalige Mitarbeiter ein Buch.

Titel:

„Was wirklich geschah.“

300 Seiten.

18 Monate später veröffentlicht der nächste Mitarbeiter ebenfalls eines.

Titel:

„Was WIRKLICH wirklich geschah.“

Washington ist vermutlich die einzige Hauptstadt der Welt, in der Geheimhaltung bedeutet, dass man mit der Veröffentlichung bis zum Buchvertrag wartet.

Drachen wurden durch Social Media ersetzt

Daenerys hatte Drachen.

Furchterregende Kreaturen.

Einmal losgelassen, konnte niemand kontrollieren, was anschließend brannte.

Trump hat Social Media.

Ich sehe gewisse Parallelen.

Ein einziger Post am frühen Morgen und irgendwo in Washington fällt einem Kommunikationsberater der Kaffee aus der Hand.

„Hat er das wirklich geschrieben?“

„Ja.“

„War das abgestimmt?“

Alle lachen.

Ein Trump-Post kann diplomatische Kreise, Medienhäuser, Börsenredaktionen und politische Gegner gleichzeitig beschäftigen.

Drogon brauchte dafür Feuer.

Trump braucht Großbuchstaben.

Effizienter.

Umweltfreundlicher vermutlich auch.

King's Landing heißt heute Capitol Hill

Und dann gibt es den Kongress.

Capitol Hill.

Das amerikanische King's Landing.

Dort sitzen Hunderte Lords und Ladies und erklären täglich, dass das Reich kurz vor dem Untergang steht, sofern nicht exakt ihr Änderungsantrag Nummer 8.437 angenommen wird.

Senatoren halten Reden.

Abgeordnete geben Interviews.

Ausschüsse tagen.

Menschen zeigen auf Diagramme.

Niemand versteht das Diagramm.

Aber alle sehen sehr besorgt aus.

Das ist Demokratie.

Westeros hätte davon profitieren können.

Stellen Sie sich den Night King bei einer Anhörung im Senat vor.

„Mr. Night King, yes or no: Did you knowingly raise an army of the dead?“

Schweigen.

„LET THE RECORD SHOW THAT THE WITNESS REFUSES TO ANSWER!“

Fantastisches Fernsehen.

Winter kommt – aber zuerst Midterms

In Westeros war die große Warnung immer:

Winter is coming.

Im Weißen Haus lautet sie:

Midterms are coming.

Und plötzlich verändert sich alles.

Abgeordnete entdecken ihre Wahlkreise wieder.

Senatoren erinnern sich daran, dass sie normale Menschen kennen.

Politiker betreten Diners.

Sie essen Hamburger.

Sie tragen Hemdsärmel hochgekrempelt.

Sie betrachten Fabrikmaschinen mit Gesichtsausdrücken, als hätten sie persönlich die industrielle Revolution erfunden.

Das ist Wahlkampf.

Für wenige Monate wird jeder amerikanische Politiker zum gewöhnlichen Bürger.

Danach verschwindet der Zauber wieder.

Ronalds Westeros-Washington-Regel

Nach intensiver Analyse habe ich deshalb eine einfache Formel entwickelt:

Wenn jemand im Weißen Haus sagt:

„Es gibt keinerlei interne Spannungen“,

gibt es Spannungen.

Wenn jemand sagt:

„Der Präsident steht vollständig hinter ihm“,

sollte der Betroffene vielleicht schon einmal seinen LinkedIn-Account aktualisieren.

Wenn jemand sagt:

„Wir konzentrieren uns ausschließlich auf die Arbeit für das amerikanische Volk“,

läuft wahrscheinlich gerade im Hintergrund ein Machtkampf, bei dem drei Berater, zwei Senatoren und ein Milliardär versuchen herauszufinden, wer beim nächsten Abendessen neben dem Präsidenten sitzt.

Das ist Hofpolitik.

Nur mit Wahlurnen.

Game of Thrones war eigentlich eine Dokumentation

Vielleicht war George R. R. Martin seiner Zeit voraus.

Vielleicht schrieb er gar keine Fantasy.

Vielleicht schrieb er eine Bedienungsanleitung für Washington.

Macht verändert Loyalitäten.

Bündnisse halten, solange sie nützlich sind.

Freunde können Rivalen werden.

Rivalen können plötzlich Freunde werden.

Und alle behaupten selbstverständlich, ausschließlich im Interesse des Reiches zu handeln.

Nur die Drachen fehlen.

Noch.

Ich bin Ronald Tramp und sage:

Das Weiße Haus ist kein gewöhnlicher Regierungssitz.

Es ist Westeros mit Presseausweisen.

Der Resolute Desk ist der Eiserne Thron mit besserem Sitzkomfort.

Capitol Hill ist King's Landing mit Filibuster.

Social Media ist der Drache.

Die Umfragen sind der Winter.

Und irgendwo rennt jeden Morgen ein völlig überarbeiteter Pressesprecher durch die Flure und denkt:

„Not today.“

Denn im Game of Trumps gewinnt man oder man verliert.

Oder man bekommt einen Beratervertrag bei einem Fernsehsender.

Und ganz ehrlich:

Das ist wahrscheinlich sogar besser als der Eiserne Thron.

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Tags: Donald Trump Washington Weißes Haus US Politik Westeros Resolute Desk
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