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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Merz halbiert die AfD – leider erwischt er die CDU

Grafik: Merz halbiert die AfD – leider war es die CDU

Friedrich Merz wollte die AfD halbieren. In Sachsen-Anhalt liegt sie nun bei rund 44 Prozent, während die CDU auf etwa 18,5 Prozent abstürzt. Ronald Tramp würdigt einen politischen Zielerfolg mit überraschendem Adressaten.

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Meine Damen und Herren, Friedrich Merz hat geliefert.

Wirklich geliefert.

Nach der Bundestagswahl hatte er groß angekündigt, die AfD halbieren zu wollen. Eine klare Ansage. Eine kraftvolle Ansage. Eine Ansage mit sehr viel Brustkorb, sehr viel Sauerland und vermutlich einem frisch gespitzten Bleistift aus dem Konrad-Adenauer-Haus.

Und nun können wir festhalten:

Halbiert wurde tatsächlich.

Nur leider die falsche Partei.

Die CDU in Sachsen-Anhalt liegt nach den Hochrechnungen ungefähr bei 18,5 Prozent. Die AfD dagegen bei rund 44 Prozent.

Ich bin Ronald Tramp, und ich muss sagen: Das ist möglicherweise der spektakulärste Fall von politischer Zielverwechslung seit jemand beim Navi „Berlin“ eingegeben hat und in Bielefeld ausgestiegen ist.

Merz wollte die AfD halbieren.

Jetzt hat er offensichtlich gesagt:

„Beginnen wir mit einem Testlauf.“

Und die CDU war gerade da.

Fantastisch.

Das ist Führung.

Das ist Umsetzungskraft.

Das ist ungefähr so, als würde ein Feuerwehrchef ankündigen:

„Wir werden diesen Brand halbieren!“

Und zwei Stunden später steht nur noch die Hälfte der Feuerwache.

Mission accomplished.

Man muss Friedrich Merz allerdings zugutehalten: Seine Strategie war konsequent.

Wenn der Gegner 44 Prozent hat und die eigene Partei 18,5, dann kann man rein mathematisch tatsächlich sagen:

Die CDU hat sich hervorragend verkleinert.

Sehr schlank.

Sehr effizient.

Fast Start-up-Niveau.

Vielleicht heißt die neue Strategie deshalb nicht mehr „AfD halbieren“, sondern:

„CDU agil transformieren.“

Früher nannte man so etwas Wahlniederlage.

Heute heißt es vermutlich:

Strukturelle Stimmenverschlankung mit strategischem Wachstumspotenzial.

Und während im Konrad-Adenauer-Haus wahrscheinlich gerade jemand PowerPoint öffnet, sitzt Ulrich Siegmund von meiner liebevoll sogenannten Allianz für Dummlaberei da und denkt:

„Wenn die so weitermachen, müssen wir gar nichts mehr tun.“

Das ist das eigentliche Problem.

Die AfD benötigt momentan möglicherweise gar keine besonders brillante Strategie.

Sie braucht nur einen Fernseher.

Dann schaut sie zu, wie CDU, SPD und andere Parteien sich gegenseitig erklären, warum die Wähler leider wieder einmal nicht verstanden hätten, wie fantastisch ihre Politik sei.

Merz wollte die AfD stellen.

Dazu übernahm er einen deutlich härteren Ton bei Migration, innerer Sicherheit und gesellschaftspolitischen Fragen.

Die Hoffnung dahinter war offenbar:

Wenn wir ein bisschen mehr so klingen wie die AfD, kommen deren Wähler zurück.

Das ist politisch ungefähr so, als würde Coca-Cola sagen:

„Pepsi verkauft sich gut. Wir ändern deshalb unseren Geschmack auf Pepsi.“

Und anschließend wundert man sich, warum die Leute sagen:

„Dann kann ich auch gleich das Original kaufen.“

Sehr mysteriös.

Politikwissenschaftler werden dafür vermutlich irgendwann komplizierte Begriffe finden.

Ich habe schon einen:

Selbstkannibalisierung.

Natürlich ist es zu einfach, Friedrich Merz allein für das Ergebnis in Sachsen-Anhalt verantwortlich zu machen.

Landtagswahlen haben regionale Ursachen. Kandidaten spielen eine Rolle. Wirtschaftliche Sorgen. Migration. Vertrauen in Institutionen. Persönlichkeiten. Bundespolitik. Protest.

Alles richtig.

Aber Satire beginnt dort, wo ein Politiker ein messbares Ziel formuliert und die Realität anschließend dieses Ziel nimmt, umdreht und ihm damit auf den Kopf haut.

„AfD halbieren!“

Realität:

„Hier, deine CDU.“

Bumm.

Besonders schön stelle ich mir jetzt die Pressekonferenz vor.

Journalist:

„Herr Merz, Sie wollten die AfD halbieren.“

Merz:

„Ja.“

Journalist:

„Die AfD hat 44 Prozent.“

Merz:

„Ja.“

Journalist:

„Die CDU 18,5.“

Merz:

„Ja.“

Journalist:

„Wen genau wollten Sie noch einmal halbieren?“

Merz:

„Nächste Frage.“

Das ist der Moment, in dem irgendwo ein Kommunikationsberater nervös seine Krawatte lockert.

Man könnte das Ergebnis natürlich positiv darstellen.

Zum Beispiel:

„Die CDU hat erfolgreich verhindert, 20 Prozent zu erreichen.“

Oder:

„Wir liegen nur 25,5 Prozentpunkte hinter der AfD.“

Oder besonders mutig:

„In Teilen der Bevölkerung ist weiterhin eine stabile Zustimmung zur CDU vorhanden.“

Welche Teile?

Vermutlich Familienangehörige.

Und selbst dort sollte man vielleicht noch einmal nachfragen.

Die entscheidende Frage lautet jedoch: Warum gewinnt die Allianz für Dummlaberei derart massiv?

Sicher nicht deshalb, weil plötzlich fast die Hälfte Sachsen-Anhalts beschlossen hat, morgens kollektiv die Vernunft abzugeben.

Viele Menschen sind frustriert.

Sie fühlen sich nicht gehört.

Sie sorgen sich um Migration, Wohlstand, Sicherheit, Infrastruktur und Zukunft.

Und wer diese Sorgen nur moralisch kommentiert, statt politische Antworten zu liefern, überlässt den Raum denen, die für jedes Problem eine Antwort haben, solange sie nicht länger als drei Wörter sein muss.

Das ist gefährlich bequem.

Denn die Dummlaberei funktioniert hervorragend, solange sie nicht regieren muss.

„Alles ändern!“

Sehr schön.

Was?

„Alles!“

Wie?

„Konsequent!“

Was kostet es?

„Weniger!“

Wer bezahlt?

„Die anderen!“

Großartig.

Das ist kein Regierungsprogramm.

Das ist ein Horoskop.

Und Friedrich Merz?

Er steht nun vor einem unangenehmen strategischen Problem.

Wenn er weiter nach rechts rückt, stärkt er womöglich das Narrativ der AfD.

Wenn er zurückrudert, wirkt er orientierungslos.

Wenn er einfach weitermacht wie bisher, könnte sein ursprüngliches Versprechen bald doch noch vollständig erfüllt werden.

Nicht die AfD halbieren.

Sondern die CDU.

Vielleicht sogar zweimal.

Ich bin Ronald Tramp.

Und ich gratuliere Friedrich Merz zu einem historischen politischen Erfolg:

Er hat bewiesen, dass Halbieren tatsächlich möglich ist.

Man sollte vorher nur sehr genau nachsehen, welche Partei unter dem Messer liegt.

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Tags: AfD Friedrich Merz CDU Landtagswahl Ulrich Siegmund Sachsen-Anhalt Allianz für Dummlaberei
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