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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Kreml ruft Krisengipfel ein – Jetzt soll Benzin offenbar mit Optimismus hergestellt werden

Grafik: Die Tankstelle der großen Worte

Ich habe schon Regierungen gesehen, die aus wenig viel machten. Aber was derzeit aus Moskau kommt, ist eine echte Meisterleistung. Raffinerien sind beschädigt, Tankstellen kämpfen mit Engpässen – und die wichtigste Produktionszutat scheint inzwischen Hoffnung zu sein. Ronald Tramp war selbstverständlich ganz nah dran. Also gedanklich. Tatsächlich wäre die Anreise momentan vermutlich kompliziert.

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Liebe Leute…

Es gibt Krisensitzungen.

Es gibt Notfalltreffen.

Und dann gibt es Treffen, bei denen alle Beteiligten sehr ernst schauen, viele Diagramme betrachten und am Ende beschließen:

"Wir müssen einfach mehr produzieren."

Ich liebe solche Sitzungen.

Sie sind ungefähr so hilfreich wie ein Kochbuch ohne Rezepte.


Der große Benzin-Gipfel

Im Kreml herrschte offenbar höchste Alarmstufe.

Minister.

Manager.

Ölkonzerne.

Berater.

Alle saßen am Tisch.

Vermutlich mit Kaffee.

Vielleicht sogar ohne Milch.

Denn man weiß ja nie.

Der Präsident eröffnete die Sitzung sinngemäß mit:

"Wir brauchen mehr Treibstoff."

Alle nickten.

Einer schrieb es auf.

Ein anderer malte vermutlich ein Diagramm.

Der dritte fragte leise:

"Und womit genau?"

Betretenes Schweigen.


Die wundersame Produktionssteigerung

Ich war beeindruckt.

Nicht von der Produktion.

Von der Formulierung.

"Die Produktion muss steigen."

Großartig.

Das ist ungefähr dieselbe Strategie wie:

"Der Regen soll aufhören."

"Die Inflation möge verschwinden."

"Montage werden künftig abgeschafft."

Es klingt fantastisch.

Bis man merkt, dass Wünsche allein keine Fabriken reparieren.


Ronald besucht die Tankstelle

Ich stellte mich gedanklich in eine Warteschlange.

Vor mir standen ungefähr 400 Autos.

Hinter mir noch einmal 600.

Alle blickten gespannt auf die Zapfsäulen.

Plötzlich kam Bewegung auf.

"E5?"

"Nein."

"Diesel?"

"Auch nicht."

"Super?"

"Vielleicht morgen."

Ein Mann fragte vorsichtig:

"Haben Sie wenigstens Scheibenreiniger?"

Der Kassierer antwortete:

"Nur Hoffnung."


Das Exportverbot

Natürlich wird nun über Exportbeschränkungen gesprochen.

Das erinnert mich an jemanden, der feststellt:

"Der Kühlschrank ist leer."

Und anschließend beschließt:

"Dann verschenken wir eben nichts mehr."

Der Kühlschrank wird dadurch allerdings nicht voller.

Aber immerhin wirkt der Beschluss entschlossen.


Die Reserve

Besonders faszinierend finde ich das Wort "Reserven".

Das klingt immer beruhigend.

Bis jemand fragt:

"Wie groß sind die eigentlich?"

Dann wird plötzlich sehr intensiv auf den Boden geschaut.


Ronald entdeckt die neue Energiequelle

Ich glaube inzwischen, irgendwo existiert bereits eine geheime Forschungsabteilung.

Dort arbeitet man an revolutionären Lösungen.

Benzin aus Pressekonferenzen.

Diesel aus Durchhalteparolen.

Kerosin aus Optimismus.

Und Premiumkraftstoff entsteht ausschließlich aus besonders entschlossenen Regierungsstatements.

CO₂-neutral.

Fast.


Der Alltag

Während in Konferenzräumen Strategien entwickelt werden, spielt sich draußen das eigentliche Leben ab.

Menschen stehen an Tankstellen.

Sie hoffen.

Sie warten.

Sie schauen auf die Preisanzeige.

Dann wieder auf die Zapfsäule.

Dann wieder auf die Zapfsäule.

Irgendwann entwickelt man vermutlich eine persönliche Beziehung zu ihr.


Ronalds Wirtschaftsexperte

Ich traf einen selbsternannten Fachmann.

Er erklärte:

"Die Lösung ist ganz einfach."

"Wirklich?"

"Natürlich."

"Wie denn?"

"Man muss einfach mehr Benzin haben."

Ich war sprachlos.

So brillante Analysen hört man nicht alle Tage.


Die große Pressekonferenz

Ich stelle sie mir ungefähr so vor.

"Wie lösen Sie das Problem?"

"Mit Entschlossenheit."

"Und technisch?"

"Mit noch mehr Entschlossenheit."

"Gibt es einen Plan?"

"Selbstverständlich."

"Können Sie ihn erklären?"

"Nein."

Das nennt man vermutlich strategische Geheimhaltung.


Ronald Tramps Krisenpaket

Ich hätte einen alternativen Vorschlag.

Jede Tankstelle erhält:

Eine Kaffeemaschine.

Bequeme Stühle.

Kostenloses WLAN.

Und einen Nummernautomaten.

Wenn man schon lange wartet, dann wenigstens komfortabel.

Vielleicht entsteht daraus sogar eine neue Freizeitbeschäftigung.

"Treffen wir uns heute Abend?"

"Klar."

"Wo?"

"An Zapfsäule Nummer 4."


Energieversorgung ist ein ernstes Thema.

Gerade deshalb zeigt jede Krise, wie groß der Abstand zwischen politischen Ankündigungen und den praktischen Herausforderungen sein kann.

Ein Satz wie "Wir produzieren einfach mehr" klingt beeindruckend.

Er ersetzt jedoch keine funktionierenden Anlagen, keine Reparaturen und keine Zeit.

Ich verabschiedete mich schließlich von der Tankstelle.

Mein Tank war immer noch leer.

Mein Notizbuch dafür voll.

Und ich habe gelernt:

Manche Regierungen glauben offenbar, dass Benzin nicht aus Raffinerien kommt.

Sondern aus Pressemitteilungen.

Großartig.

Wirklich großartig.

Fast so effizient wie ein Auto ohne Motor.


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Tags: Russland Benzin Wladimir Putin Treibstoff Raffinerien Krisengipfel
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