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Ronald Tramp
Macht Meinung wieder Gross!

Trump baut Triumphbogen: Genehmigung kommt später

Graafik: 76 Meter Größenbescheidenheit

76 Meter hoch, größer als Paris – und die finale Genehmigung fehlt laut Bericht noch. Ronald Tramp erlebt Trumps neue Bauordnung: Erst buddeln, später fragen.

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Von Ronald Tramp, Architekturkritiker für goldene Größenordnungen, monumentale Bescheidenheit und Baugenehmigungen mit sehr niedriger Priorität

Meine lieben Architekten, Denkmalschützer, Bauämter und Menschen, die in Deutschland für eine Terrassenüberdachung von 14 Quadratmetern drei Formulare, zwei Lagepläne und die Zustimmung eines Mannes namens Dieter benötigen!

Amerika zeigt uns wieder einmal, wie Bauen wirklich funktioniert.

Donald Trump plant in Washington einen Triumphbogen.

Nicht irgendeinen Triumphbogen.

Einen ungefähr 76 Meter hohen Triumphbogen.

250 amerikanische Freedom Feet!

Zum Vergleich: Der berühmte Arc de Triomphe in Paris ist ungefähr 50 Meter hoch.

Trump schaut also offenbar nach Frankreich und denkt:

„Cute.“

Denn wenn Donald Trump einen Triumphbogen baut, kann er natürlich nicht kleiner sein als der französische.

Das wäre kein Triumph.

Das wäre eine Niederlage aus Stein.

Also:

MAKE ARCHES HUGE AGAIN!

Und jetzt kommt der schönste Teil:

Laut dem vorliegenden Bericht soll die Trump-Regierung bereits Vorbereitungen für Aushubarbeiten treffen – obwohl es demnach noch keine finale Genehmigung für das Projekt gibt.

Meine Damen und Herren:

Das ist nicht Schwarzbau.

Das ist:

EXECUTIVE ARCHITECTURE™

Die revolutionäre amerikanische Baugenehmigung

Innenminister Doug Burgum kündigte laut Bericht an, man bereite sich darauf vor, innerhalb der kommenden zwei Wochen mit notwendigen Aushubarbeiten zu beginnen.

Ronald fragt:

„Genehmigung?“

Washington:

„Kommt.“

„Wann?“

„Später.“

„Aber ihr fangt schon an?“

„Natürlich.“

BRILLIANT!

In Deutschland funktioniert das anders.

Sie möchten einen Carport bauen.

Bauamt:

„Flurstücknummer?“

„Hier.“

„Entwässerungskonzept?“

„Hier.“

„Statische Berechnung?“

„Hier.“

„Abstandsfläche?“

„Hier.“

„Nachweis über die emotionale Verträglichkeit des Carports mit der benachbarten Hecke?“

„Was?“

„ANTRAG ABGELEHNT.“

Trump dagegen:

„Ich möchte einen 76 Meter hohen Triumphbogen.“

„Genehmigung fehlt.“

„START DIGGING!“

Das ist Verwaltungsmodernisierung.


Aber wofür eigentlich der Triumph?

Traditionell erinnern Triumphbögen an militärische Siege, Herrscher oder bedeutende historische Ereignisse.

Also stellt sich Ronald eine kleine Frage:

WAS GENAU FEIERN WIR?

Vielleicht den Triumph über die Baugenehmigung?

Das wäre immerhin thematisch passend.

Ich sehe schon die Inschrift – natürlich nur gedanklich, denn Ronald ist noch in der Planungsphase:

DEM SIEG ÜBER DAS FORMULAR B-17 GEWIDMET.

Darunter eine Statue von Trump, wie er heldenhaft einen Bauantrag zerreißt.

Links Doug Burgum mit Schaufel.

Rechts ein verzweifelter Denkmalschützer.

Im Hintergrund ein Bauamtsmitarbeiter:

„Moment! Uns fehlt noch Anlage 4!“

Zu spät.

Der Betonmischer läuft bereits.


Paris bekommt plötzlich Minderwertigkeitskomplexe

Besonders wichtig:

Der geplante Bogen wäre höher als der Pariser Arc de Triomphe.

Natürlich.

Denn internationale Architektur funktioniert jetzt offenbar wie amerikanische Pickup-Trucks.

Frankreich:

„Wir haben einen historischen Triumphbogen.“

Trump:

„MEINER IST GRÖSSER.“

Frankreich:

„Er wurde im 19. Jahrhundert—“

„GRÖSSER.“

„Napoleon ließ—“

„250 FEET!“

„Aber Geschichte—“

„HUGE!“

Damit ist die Debatte beendet.

Ich erwarte deshalb einen neuen internationalen Architekturwettbewerb.

Washington baut einen 76-Meter-Bogen.

Paris erhöht auf 80.

Trump kontert mit 95.

Rom baut spontan einen zweiten Petersdom obendrauf.

Dubai errichtet einen Triumphbogen, durch den Airbus A380 fliegen können.

Saudi-Arabien baut einen 400 Kilometer langen Bogen.

Deutschland gründet eine Arbeitsgruppe.

2037 liegt der Zwischenbericht vor.


Die Kritiker verstehen monumentale Bescheidenheit nicht

Dem Bericht zufolge gibt es Widerstand von Denkmalschützern, demokratischen Abgeordneten, Anwohnern und Veteranen. Kritiker halten das geplante Bauwerk für überdimensioniert und unpassend für den sensiblen Korridor zwischen dem Militärfriedhof Arlington und dem Lincoln Memorial.

Ronald versteht diese Menschen nicht.

ÜBERDIMENSIONIERT?

Das ist doch der Punkt!

Niemand baut einen Triumphbogen und sagt:

„Könnten wir ihn etwas unauffälliger machen?“

Das wäre ein:

**MODESTY ARCH™.

18 Meter hoch.

Beige.

Photovoltaik auf dem Dach.

Fahrradständer daneben.

Mit Förderbescheid.

Donald Trump würde so etwas vermutlich nicht einmal als Türrahmen akzeptieren.

Ein echter Trump-Bogen muss so groß sein, dass Flugzeuge beim Landeanflug fragen:

„Tower, ist das Gebäude neu?“


Ronald präsentiert den Trump-Maßstab

Normale Architekten verwenden Meter.

Trump-Architektur braucht eine eigene Einheit.

Ich nenne sie:

1 TRUMP = 1,5 NAPOLEON

Arc de Triomphe:

0,66 Trump.

Lincoln Memorial:

zu klein.

Washington Monument:

akzeptabel, aber verdächtig dünn.

Weißes Haus:

Renovierungsbedarf.

Ronalds Ego:

nicht messbar.

Endlich haben wir einen wissenschaftlichen Standard.


Der Standort: maximal unauffällig

Der geplante Korridor ist allerdings kein beliebiger Parkplatz hinter einem Einkaufszentrum.

In diesem Bereich treffen bedeutende nationale Erinnerungsorte aufeinander: Arlington, Lincoln Memorial, Washingtons monumentale Achsen.

Und genau deshalb reagieren Kritiker empfindlich.

Denn monumentale Architektur erzählt immer eine Geschichte.

Sie sagt:

„Das hier soll wichtig sein.“

Ein 76 Meter hoher Bogen sagt dagegen:

„DAS HIER SOLL WICHTIGER SEIN ALS DAS ANDERE ZEUG.“

Subtil ist anders.

Das wäre ungefähr so, als würde Ronald bei einer Hochzeit erscheinen und sagen:

„Keine Sorge, ich möchte dem Brautpaar nicht die Show stehlen.“

Dann landet hinter mir ein Helikopter.

Feuerwerk.

Blaskapelle.

Zwölf weiße Pferde.

Und ein Banner:

RONALD IST AUCH DA.


Vielleicht brauchen wir überhaupt keine Genehmigungen mehr

Ich erkenne aber enormes Reformpotenzial.

Warum sollte Amerika dieses Modell auf Triumphbögen beschränken?

Neue Autobahn?

Erst bauen, später fragen.

Hotel?

Fundament zuerst.

Wolkenkratzer?

„Baugenehmigung?“

„Die ist im 73. Stock.“

„Aber der existiert noch gar nicht.“

„EXACTLY!“

Das beschleunigt Infrastrukturprojekte enorm.

Deutschland könnte davon lernen.

BER wäre vielleicht 2008 eröffnet worden.

Ob sicher oder genehmigt, ist eine andere Frage.

Aber geöffnet!


Ronalds Bauantrag 2.0

Ich schlage deshalb ein neues amerikanisches Genehmigungsverfahren vor.

Es besteht aus nur einer Frage:

„Ist das Projekt groß?“

Nein?

Ablehnen.

Ja?

„Ist es sehr groß?“

Nein?

Überarbeiten.

Ja?

BAUBEGINN!

Die Genehmigungsbehörde kann anschließend prüfen, was genau gebaut wurde.

Wenn sie Einwände hat, bekommt sie einen kleineren Triumphbogen.


Und wer bezahlt den Spaß?

Das ist selbstverständlich ebenfalls eine dieser langweiligen Fragen, die immer dann auftauchen, wenn Visionäre etwas Monumentales planen.

Kosten?

Finanzierung?

Folgekosten?

Unterhalt?

Genehmigungen?

Umwelt?

Stadtbild?

Ronald sagt:

STOP!

Sie ruinieren gerade die Präsentation.

Große Projekte funktionieren politisch viel besser, wenn man zunächst ein fantastisches Rendering zeigt.

Blauer Himmel.

Sonnenuntergang.

Adler.

Flaggen.

Menschen applaudieren.

Kosten kommen auf Folie 97.

Und Folie 97 zeigen wir aus Zeitgründen leider nicht mehr.


Erst der Triumph, dann die Formalitäten

Natürlich sind Genehmigungsverfahren nicht bloß lästige Papierproduktion. Gerade an historisch und städtebaulich sensiblen Orten sollen sie sicherstellen, dass öffentliche Interessen, Denkmalschutz, Gestaltung und rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden.

Und genau deshalb ist die Vorstellung so wunderbar absurd:

Ein gigantischer Triumphbogen soll entstehen.

Kritiker protestieren.

Juristische Auseinandersetzungen laufen beziehungsweise drohen.

Die endgültige Genehmigung steht laut Bericht noch aus.

Und gleichzeitig heißt es:

SCHAUFELN BEREITHALTEN!

Meine Damen und Herren, das ist die perfekte Trump-Architektur.

Der Triumph wird nicht erst nach dem Erfolg gebaut.

DER TRIUMPH WIRD VORHER BESTELLT.

Wofür?

Details!

Wie genehmigt?

Negativität!

Warum 76 Meter?

Weil 75 Meter nach Kompromiss aussehen.

Und sollte am Ende irgendeine Behörde feststellen, dass der Bau so nicht genehmigt werden kann, gibt es nur eine angemessene Lösung:

Man baut davor einen zweiten Triumphbogen.

Zur Erinnerung an den historischen Sieg über den ersten Genehmigungsbescheid.

Ich bin Ronald Tramp.

Ich habe viele Bauprojekte gesehen.

Große.

Sehr große.

Fantastische.

Aber einen Triumphbogen zu bauen, bevor der administrative Triumph überhaupt errungen ist?

THAT'S NEXT-LEVEL TRIUMPH!

MAKE BAUGENEHMIGUNGEN OPTIONAL AGAIN!

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Tags: Donald Trump Washington Triumphbogen Baugenehmigung Arc de Triomphe Doug Burgum
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